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Erkrankungen der Atemwege beim Meerschweinchen!

 
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Michaela203
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BeitragVerfasst am: 27.10.2008, 12:17    Titel: Erkrankungen der Atemwege beim Meerschweinchen!

Ein Sprechstundenbericht aus der Rodentia Nr. 39 Sept./Okt. 07

Bericht von Dr. Med. Vet. Hermann Wenzel

Erkrankungen der Atemwege kommen bei Meerschweinchen relativ oft vor und zählen zu den häufigsten Todesursachen. Die Gründe für ihre Entstehung liegen i. d. R. in Fehlern von Haltung oder Ernährung der Tiere. Probleme entstehen nämlich meist nicht durch fremde Erreger, sondern durch Keime, die in jeder gesunden Meerschweinchen-Population vorzufinden sind.
Meerschweinchen können sich nicht nur an Artgenossen infizieren, auch Infekte anderer Tiere oder sogar des Halters können bei direktem Kontakt auf sie übergehen.

Symptomatik

Abhängig von Schweregrad und Dauer einer Erkrankung entwickeln sich unterschiedliche Symptome. Infektionskrankheiten sind im Anfangsstadium schwer zu erkennen, der Besitzer bemerkt eine feuchte Nase, gelegentliches Niesen und verlangsamtes Fressen. Dem folgen nach kurzer Zeit tränende Augen und eine beschleunigte Atmung. In diesem Krankheitsstadium haben die Tiere meist hohes Fieber. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und Sekundärinfektionen können eine dramatische Verschlechterung des Zustandes bewirken. Das Nasensekret nimmt dann eine weiße oder gelbliche Farbe an, die Nase verkrustet und die Augen verkleben. Hinzu kommen Atemgeräusche wie Knacken, Rasseln oder Pfeifen, und man kann eine deutlich veränderte Atemfrequenz beobachten. Da die Tiere versuchen sich die Nase zu putzen, sind an der Innenseite der Vorderbeine Veränderungen wie verklebtes oder verschmutztes Fell zu bemerken. Die meisten Meerschweinchen stellen spätestens jetzt die Futteraufnahme ein, sitzen mit gestäubten Haaren in einer Ecke und sind deutlich sichtbar krank. Die klinische Untersuchung mit Abhören, Messen von Körpertemperatur, Puls- und Atemfrequenz wird schnell zu einer Diagnose führen. Der Erreger ist auf Anhieb nicht zu erkennen und nur durch weitergehende Untersuchungen feststellbar. Deswegen ist es sinnvoll, Nasen- und Augensekret oder Rachentupfer zu untersuchen und einen kulturellen Erregernachweis sowie ein Antibiogramm zu erstellen. Eine röntgenologische Untersuchung ist im Verdachtsfall angebacht. Sie kann zeigen, ob und in welchem Ausmaß Veränderungen wie z. B. Verschattungen im Bereich der Lungen vorliegen. Im Todesfall ist eine Sektion besonders sinnvoll, wenn andere Tiere von der gleichen Krankheit betroffen oder gefährdet sind.
Entzündungen der Bronchialschleimhaut entstehen meist im Zusammenhang mit Infektionen, seltener mechanisch durch Dämpfe, Gase oder Staub. Hauptsymptome einer Bronchitis sind der teilweise schmerzhafte Husten, vermehrte Schleimbildung und rasselnde Atemgeräusche. Als nicht infektiöse Erkrankungen der Lunge kommen in Frage: eine Aspirationspneumonie (als Folge von Verschlucken), Tumore und Lungenödeme, die beim Meerschweinchen hauptsächlich zusammen mit Herzkrankheiten und bei allen Schockzuständen vorliegen.
Die am häufigsten vorkommenden Infektionserreger der Atemwege von Meerschweinchen sind:
Adeno-Virus. Ein Adeno-Virus verursacht die Viruspneumonie, eine meist tödlich verlaufende Infektion. Die Sterblichkeit ist außerordentlich hoch, die Ansteckungs- und Erkrankungsrate aber gering.
Streptokokken. Hierbei handelt es sich um Eitererreger, die an den Schleimhäuten des Verdauungstraktes vorkommen. Sie verursachen akute Lungenentzündungen. Bei chronischem Verlauf bilden sich Abszesse (bevorzugt in den Halslymphknoten).
Bordetellen. Als Bewohner der Schleimhäute sowohl bei Meerschweinchen als auch bei anderen Tierarten sind Bordetellen weit verbreitet.
Pasteurellen. Der Erreger wird häufig als harmloser Keim auf den Schleimhäuten gesunder Tiere gefunden und kann in Meerschweinchenbeständen zu seuchenhaften Krankheitsausbrüchen führen.
Pseudomonaden. Dies sind Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen. Pseudomonaden sind besonders gefährlich, weil sie sich in eine Schleimhülle einkapseln können, die sie gegen Fresszellen des Immunsystems und Antibiotika schützt.
Pseudotuberkulose (Rodentiose). Die Ansteckung mit der Pseudotuberkulose führt meist ohne vorhergehende klinische Erscheinungen innerhalb von 1-2 Tagen zum Tod. Es handelt sich um eine Zoonose, mit der sich auch der Mensch infizieren kann!

Differentialdiagnosen

Das Schockorgan des Meerschweinchens ist die Lunge. Unabhängig von der Ursache des Schocks kommt es dort zu Ödemen, die Atemnot oder den sofortigen Tod bewirken können. Die unmittelbare Nachbarschaft von Herz und Lunge führt dazu, dass Erkrankungen der Kreislauforgane nicht eindeutig von Lungenerkrankungen abgegrenzt werden können. Allergien sind bei Meerschweinchen auf unterschiedlichste Stoffe wie Einstreu, Heu oder Gräser anzutreffen, sie beginnen auch mit Problemen der Atemwege und der Augen.
Therapie und Vorbeugung

Entscheidend für den weiteren Verlauf einer Erkrankung ist ein möglichst frühzeitiger Beginn der Behandlung. Probleme der Atemwege sollten immer ein Alarmsignal sein. Gehen Sie also bei dem geringsten Verdacht baldmöglichst zum Tierarzt. Dieser wird nach eingehender Untersuchung die geeigneten Medikamente verabreichen bzw. verschreiben. An erster Stelle stehen dabei die Auswahl wirksamer Präparate zur Bekämpfung bakterieller Erreger, abschwellend wirkender und schleimlösender Medikamente, von Arzneien zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte und die Gabe von Vitaminen. Um Rückschläge zu vermeiden, sollte eine Therapie mindestens fünf Tage durchgeführt werden.
Da Erkrankungen der Atemwege nur schwer und meist langwierig behandelt werden können, sind Vorbeugemaßnahmen besonders wichtig. Diese bestehen aus einer optimalen Haltung bei möglichst gleich bleibenden Umweltbedingungen, einer artgerechten Ernährung, regelmäßigem Säubern der Unterkünfte und einer Quarantäne für Neuzugänge. Zugluft, zu feuchte oder zu trockener Luft, abrupte Temperaturwechsel, mangelhaftes Reinigen der Ställe, Ernährungsmängel, plötzliche Futterumstellungen, Lärm, soziale Probleme wie Streitereien, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und weitere Stressfaktoren können die körpereigenen Abwehrkräfte schwächen und den Ausbruch von Erkrankungen begünstigen. Daher sollte jeder Halter aufmerksam beobachten, ob seine Tiere Verhaltensänderungen oder erste Krankheitssymptome zeigen. Falls ein Meerschweinchen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erste Anzeichen einer Erkrankung der Atemwege zeigt, sollte unverzüglich eine Tierarzt aufgesucht werden.

So, jetzt habe ich mir mal wieder einen abgetippt um den einen oder anderen von Euch was zum Lesen zu bieten. Hoffe aber das es keinem so ergeht das sein Tier Krank wird.

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Christiane

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BeitragVerfasst am: 22.11.2008, 15:18    Titel:

Da hast du dir aber viel Mühe gegeben! Sehr interessanter Bericht! Very Happy

(Kleine ängstliche Anmerkung: Wie ist das mit copyright/Uhrheberrechtsverletzung?)

LG
Christiane
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Michaela203
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BeitragVerfasst am: 23.11.2008, 12:13    Titel:

Copyright ist nicht vorgesehen und woher der Bericht stammt steht ja da, dürfte also keine Probleme geben!
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