Aus gegebenem Anlass wurde das alte FAQ entfernt und ich habe ein neues erstellt. Wem dazu noch etwas einfällt , was mit rein soll kann sich gern bei mir melden
Chinchillas
Herkunft
Chinchillas sind verwandt mit Hasenmäusen, Bergviscachas und Meerschweinchen. Ihre Wildfarbe ist grau. Also das, was wir Standart nennen. Es gibt 2 Arten von Chinchillas, die beide ursprünglich in den südamerikanischen Anden angesiedelt waren. Das Kurzschwanzchinchilla (Chinchilla chinchilla), was heute als ausgestorben galt und das Langschwanzchinchilla (Chinchilla lanigera). Das Kurzschwanzchinchilla war in Peru, Bolivien, Chile und in Argentinien beheimatet. Das Langschwanzchinchilla lebte ursprünglich am Fuße der Anden in 500-3000m Höhe. Chinchillas leben in Felsspalten und Höhlen und sind extremer Trockenheit und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Tagsüber ist es um die 20 Grad warm, während es Nachts frieren kann. Deshalb haben Chinchillas ihr dichtes Fell. Regen fällt sehr selten. Höchstens in den Monaten Juni, Juli und August. Chinchillas ernähren sich von trockenen Pflanzenteilen, also sehr nährstoffarmer und ballaststoffreicher Nahrung. Deshalb ist ihr Magen auch nicht für zu energiereiche Nahrung ausgelegt. Wilde Chins nehmen täglich ca. 5-15ml Wasser zu sich, was sie als Tautropfen von den Pflanzen lecken.
Chinchillas leben in Kolonien, die mehr als 100 Tiere umfassen können. Leider sind diese Kolonien sehr gefährdet. Heute leben in Chile 50km südlich nahe Illagel schätzungsweise nur noch 40 Kolonien, die insgesamt ca. 4000 Chinchillas umfassen. 60% der Kolonien haben weniger als 50 Tiere und keine besteht aus mehr als 500 Tieren. Chinchillas wurden im 19. Jhr. nahezu, wegen ihres sehr begehrten Fells, ausgerottet. Zwischen 1840 und 1916 wurden ca. 21 Mio. Chinchillas getötet. Es werden ca. 100 Pelze für einen Mantel benötigt. Seit Ende des 19. Jhr. galten Chinchillas als gefährdet. 1918 verhängten die Länder Chile, Peru, Bolivien und Argentinien eine Handelssperre. Wilde Chins sind vom CITES (Convention on international trade of endangered Animals) geschützt und die Jagd auf sie wurde streng verboten. Trotzdem galten Chinchillas, bis sie 1974 wieder entdeckt wurden, als ausgestorben. 1983 wurde ein eingezäuntes Reservat für Chinchillas eingerichtet (CNR - Reserva nacional las chinchillas).
Das Reservat wurde eingezäunt, um es vor grasenden Tieren, wie Kühen, Eseln und Ziegen zu schützen, die den Lebensraum der Chinchillas stark degradieren. Um den Lebensraum wieder herzustellen, werden neue Pflanzen in Pflanzenschulen herangezogen und mühsam wieder ausgepflanzt. In der Trockenheit wachsen die Pflanzen nur sehr langsam, was die Wiederherstellung sehr erschwert. Trotz des Reservats und der vielen Mühen nimmt die Anzahl der Chinchillas immer weiter ab. Ca. die Hälfte der heute noch lebenden Tiere leben in einem geschützten Gebiet. In Peru und Bolivien sind Chinchillas komplett ausgestorben.
Ernährung
Chinchillas haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem und brauchen ein speziell angepasstes Futter. Hört sich schlimm an , ist aber nicht so.
Chinchillas sollten ausschließlich mit Chinchillapellets und Heu gefüttert werden. Im Handel erhältliche Mischfutter sehen toll aus aber schaden dem Chins mehr nur als das sie was nützen. Mischfutter bestehen zum Großteil aus Leckereien , die rein für eine Verfettung des Chinchillas sorgen. Ihr tut dem Tier nichts gutes , wenn ihr Mischfutter füttert. Ihr ernährt Eure Kinder ja auch nicht von Süßigkeiten, oder ? )
Im Fachhandel gibt es Chinchillapellets , die die Hauptnahrung , neben dem Heu ,sein sollten. Auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern. Die im " Zoohandel" allgemein üblichen Produkte eines großen Europäischen Herstellers sind hier definitiv nicht zu empfehlen. Die Zusammensetzung , die die Pellets haben sollten , findet ihr unten auf der Seite in der Tabelle. Des weiteren natürlich das erwähnte Heu ,dieses brauchen sie , um ihre Backenzähne abschleifen zu können und es schmeckt ihnen. Das Heu sollte , wenn man es in die Hand nimmt , knacken und frisch riechen. Altes , muffig riechendes Heu bitte sofort entsorgen.
Gerne nehmen sie auch Kräuter wie z. B getrocknete Disteln , getr. Brennnesseln , getr. Löwenzahn, getr. Melisse oder auch getr. Echinacea. Aber bitte alles in geringen Mengen und nur gelegentlich. Jedes dieser Kräuter bewirkt etwas im Körper der Chinchillas. Die Wirkung der einzelnen Kräuter findet ihr unter Kräuter. Bei einer Fütterung mit guten Pellets brauchen die Chinchillas eigentlich keine weiteren "Zufütterungen". " Leckerlies" schaden den Tieren eher als sie was bringen. Wer seine Chins "bestechen" möchte gibt ihnen einfach Pellets aus der Hand.
Man merkt , es ist fast alles getrocknet. Der Flüssigkeitsbedarf eines Chinchillas ist recht gering. Frischfutter wie für Hasen oder Meerschweinchen bereitet den Chinchillas Verdauungsprobleme wie Durchfall oder auch Verstopfungen. Es kann daran eingehen. Gelegentlich mal ein kleines Stückchen Apfel ist ok und wird gern genommen. Apfel reguliert bei den an Rohproteinen gesättigten Chinchillas etwas die Verdauung. Der Anteil an Flüssigkeit im Apfel reicht einigen Chinchillas für den ganzen Tag.
Das eine ausreichende Wasserflasche nicht fehlen sollte, ebenso wie das tägliche , frische Wasser, brauche ich ja wohl nicht extra erwähnen.
Zusammensetzung:
15-20% Rohprotein
14-18% Rohfaser
8-10% Rohasche
3,5% Rohfett
und natürlich Vitamine und Mineralien.
Gern wird über die Melasse im Futter diskutiert , welchen SInn sie hat da sie ja soviel Zucker enthält. Melasse gibt es in mehrern Arten , dem Molashin , der Zuckerrüben Vinasse , der Zuckerrohr Vinasse und teilentzuckerte Melasse. In den handelsüblichen Futtersorten für Chinchillas ist Zuckerrüben Vinasse enthalten.
Zusammensetzung der Trockensubstanzen:
Reduzierende Zucker 3 - 5 %
Mineralstoffe 33 - 38 %
Proteingehalt 35 %
Bereich des Trockensubstanz-Gehalts: 58 - 65 %
Errechneter ME-Wert: 8,7 MJ/kg (DM)
Eine vollständige Analyse der Zuckerrüben-Vinasse auf der Basis der Durchschnittswerte vieler Proben wird im folgenden dargestellt:
in %
Trockensubstanz 62,0
Feuchtigkeit 38,0
Zucker 3,1
Protein 23,3
Asche 20,0
Kalium 4,0
Kalzium 0,8
Natrium 1,4
Magnesium 0,1
Phosphor 0,4
Schwefel 0,8
ME Wiederkäuer (MJ/kg) 5,6 (9,0 DM)
DE Schweine (Mj/kg) 6,1 (9,8 DM)
In der Zuckerrüben-Vinasse ist ein relativ hoher Proteingehalt vorhanden, der aus dem ursprünglichen Stickstoff der Zuckerrüben-Melasse stammt; sie enthält also Betain und Glutaminsäure. Der Bereich des Trockensubstanz-Gehalts liegt zwischen 60% und 70%. Aufgrund des geringen Gehalts an gärfähigen Zuckern enstehen normalerweise keine Lagerungsschwierigkeiten.
Kräuter/Blüten/Blätter
Sie dürfen Ihren Chinchillas gelegentlich als Leckerchen folgendes in getrockneter Form anbieten. Nicht mehr als 10 g die Woche !: Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Mariendiesteln Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hibiskusblüten, Hirtentäschelkraut, Johannisbeerblätter, Kamille, Kornblumenblüten, Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Schafgarbe, Spitzwegerrichkraut. Bitte dabei beachten , das viele dieser Kräuter eine Wirkung im Körper des Chinchillas haben , die mitunter nicht erwünscht ist. Gänseblümchen z. B haben bei trächtigen Weibchen eine Wehenfördernde Wirkung.
Chinchillasand
Nehmen wir Attapulgus. Attapulgit ist ein kolloidales Magnesium-Aluminium-Hydrosilikat welches in der Gegend von Attapulgus, Georgia abgebaut wird. Es handelt sich dabei um ein Tonmineral mit Kettenstruktur. Durch Brennen, Waschen und Absieben bleibt ein Granulat zurück welches nur höchst wenige Silikate (anorganische Salze) enthält und dadurch das Fell der Chinchillas beim Bad nicht beschädigt.
Der spanische Chinchillabadesand ist ebenso hergestellt und enthält auch nur sehr wenig Silikate, seinen Namen (spanischer Chinchillabadesand) trägt er um deutlich zu machen dass er nicht aus Attapulgus stammt. Die spezielle Verarbeitung beider Sandarten sichert auch bei häufigem und langfristigem Gebrauch die dem Chinchilla üblichen Felleigenschaften wie Elastizität der Haare und gesunde Spitzen, vorausgesetzt, das Tier hatte diese Eigenschaften schon vorher.
Aquarien- und Vogelsand, Quarzsand und Kieswaschungen enthalten einen hohen Anteil Silikat und Quarz wodurch der Sand sehr scharf wird und die feinen Haare und Haarspitzen der Chinchillas schlimm schädigen kann.
Aquariensand ist häufig der feine Sand, welcher nach Kieswaschungen zurück bleibt und in je nach Wunsch in gröberer oder feinerer Art zusammen gestellt wird. Auch dies ist nur ein Teil dessen was wir heraus gefunden haben, denn es gibt mehrere Sorten Chinchillabadesand und nicht alle sind aus einem Tongranulat wie es sich gezeigt gehat.
Verpaaren
Chinchillas sind Familientiere und sitzen nicht gern alleine. Deswegen sollten sie immer mit mindestens einem weiterem Chin verpaart werden. Chinchillas haben , wie wir Menschen auch , Zuneigungen und Abneigungen zu einigen Partnern.
Es gibt mehre Methoden Chinchillas miteinander zu verpaaren.
Transportboxmethode
Die zu verpaarenden Chinchillas werden in eine Transportbox oder einen Ausstellerkäfig gesetzt , in dem sie wenig Bewegungsfreiheit haben. Die Tiere können sich nicht aufrichten und sich so auch nicht gegenseitig "bekämpfen". Die sitzen zwangsläufig friedlich zusammen.Eine Methode , die wir persönlich ablehnen , da Aggressionen oder Abneigungen der Chins untereinander unterdrückt werden und später wieder durchkommen. Da kann es dann vorkommen , das man morgens ein Chinchilla tot im Käfig findet.
Verpaarung während der Hitze
Oftmals werden ein Weibchen und ein Bock miteinander verpaart wenn das Weibchen "offen" ist , also ihre Hitze hat. Der Bock jagt das Weibchen durch den Käfig , um sie zu decken , es kommt auch hier zu Aggressionen , die auch später bestehen bleiben. Das resultat kann ähnlich sein , wie bei der Transportboxmethode.
Verpaarung im Züchterkäfig.
Züchterkäfige haben zwei getrennte "Kammern" , die durch einen Laufgang mit einander verbunden sind. Diese Laufgänge können durch Schieber geschlossen werden. In jede Kammer kommt ein Chinchilla und der Laufgang wird zu einer Kammer hin verschlossen. Das 2. Chin hat also den Laufgang zur Verfügung. Beide können sich durch die Gitter kennen lernen , ohne sich verletzen zu können. Wenn das erste kennen lernen ohne eine versuchte Beißerei geklappt hat , kann der Laufgangschieber tagsüber geöffnet werden und man beobachten , wie sich die Tiere verhalten. Bei kleineren Raufereien kann man die Tiere wieder trennen und es später wiederholt versuchen. Dies ist eine für die Tiere und für uns Menschen "Nervenschonende" Methode.
Verpaarung beim Freilauf
Wenn der Raum und die Zeit zur Verfügung steht können die Tiere auch beim gemeinsamen Freilauf verpaart werden. Der Vorteil bei dieser Methode ist der , das beide Tiere sich auf neutralem Boden begegnen , keiner kann es als sein Revier ansehen und benimmt sich auch nicht so. Im Falle eines Streites können beide Chinchillas in verschieden Richtungen fliehen , was sie auch oft machen. Wenn sich die beiden verstehen , klettern sie irgendwann von alleine in den offen Käfig zurück. Dort kann es noch kurz zu einem kleinen Kampf bezüglich der Rangordnung geben, den es übrigens bei jeder Verpaarung gibt.
Vor dem Kauf
Bevor man sich entschließt Chinchillas zu sich zu nehmen , sollten folgende Punkte genau überdacht werden.
Habe ich die nötigen finanziellen Mittel ? ( Futter , Streu , Tierarzt etc)
Kann ich mind. 2 Tiere halten ? Chinchillas sind Gruppentiere , bei einer Einzelhaltung kann es zu schweren phychischen Störungen kommen.
Wer versorgt meine Tiere im Urlaub ? Ein Chinchilla kann nicht wie ein Hund einfach mit in den Urlaub genommen werden.
Kann ich mit der Verunreinigung , die Chinchillas machen leben ? Chinchillas machen Staub , und schmeißen gern mal Streu aus dem Käfig.
Habe ich die Zeit für den Auslauf ? Der Bewegungsdrang der Tiere möchte auch gestillt werden.
Kann ich Chinchillas seperat von anderen Haustieren in einem eigenem Käfig halten ? Chinchillas können nicht mit anderen Tieren zusammen in einem Käfig gehalten werden.
Stört mich die nächtliche Aktivität ?? Chinchillas sind nachtaktiv , tagsüber schlafen sie.
Kann ich mit ihrem "Eigenleben" umgehen ? Chinchillas sind keine "Kuscheltiere" , sie kuscheln wann sie es wollen , und sie können nicht erzogen werden.
Wenn alle diese Punkte genau überdacht sind und man mit ihnen klarkommt , kann man den Kauf von mindestens 2 Chinchillas in betracht ziehen.
Käfige
Im Fachhandel sind leider keine speziellen Käfige für Chinchillas erhältlich. Bewährt haben sich Vogelvolieren von Ferplast oder Eigenbauten aus diversen Holzmaterialien. Als ungefähre Richtlinie gilt : 1m breit , 1m Hoch und ca. 60 cm tief für 2 Chinchillas.
Hitze und Deckakt
Ungefähr im Alter von 5 Monaten wird das Weibchen Geschlechtsreif. Wie so oft in der Natur gibt es auch bei den Chinchillas natürlich " Frühreife " und auch " Spätzünder". Den Beginn der Hitze merkt man an der Unruhe des Weibchens und daran , das der Bock beginnt es durch den Käfig zu treiben. Er versucht natürlich , das Weibchen zu belegen , sprich zu decken. Das Weibchen stößt zu Beginn der Hitze einen so genannten Hitzepfropfen aus , den man auch teilweise im Einstreu finden kann. Bei der Hitze des Weibchens ist die Scheide leicht geöffnet.
Wenn das Weibchen bereit ist , kommt es zum eigentlichen Deckakt. Dieser kann sich in einer Nacht mehrfach wiederholen. Es ist nicht gesagt , das das Weibchen aufgenommen hat und nun trächtig ist. Am Morgen kann man einen " Deckpfropfen " im Käfig finden , der aus dem Samenüberschuss besteht und den das Weibchen in Form eines Pfropfen ausscheidet. Das finden dieses Pfropfen ist ein sicheres Zeichen dafür , das ein Deckakt stattgefunden hat , aber wie gesagt , keine Garantie dafür , das sie aufgenommen hat.
Die Hitze des Weibchens wiederholt sich alle 28 - 34 Tage. Wenn ein Weibchen Junge geboren hat , kann sie unmittelbar nach der Geburt wieder belegt werden. In den ersten drei Tagen ist die " Gefahr " am größten. Wer also nicht möchte , das sein Weibchen gleich wieder belegt wird , trennt den Bock für drei Tage vom Weibchen. Während der Aufzucht der Jungen , kann der Bock ohne Probleme beim Weibchen bleiben. Er hilft bei der Aufzucht und dem Wärmen der Kleinen " Miniflitzer" tatkräftig mit.
Trächtigkeitsdauer
Das Chinchillaweibchen ist nach erfolgreicher Belegung ca. 111 Tage trächtig . Die Jungen, zwischen 1 und 6 Stück,meistens aber zwischen 1 und 3 Babys ,kommen komplett ausgereift , d.h mit Fell und geöffneten Augen zur Welt. Sie können kurz nach der Geburt laufen und wuseln oft schon am 2. Tag munter durch den Käfig. Das ein trächtiges Weibchen nicht transportiert werden sollte , oder sonstige wesentlichen Veränderungen in ihrem Umfeld sein sollten , sollte klar sein. Es besteht die Gefahr einer Frühgeburt oder eines Verwerfen. der Bock kann während der Trächtigkeit und der Geburt ruhig beim Weibchen im Käfig bleiben. Ist weiterer Nachwuchs nicht erwünscht sollte der Bock für 2-3 Tage aus dem Käfig genommen werden , aber weiter Kontakt zu seiner Familie haben.
Entwicklung des Embyos
Die Geburt
Das Chinchillamädchen bringt ihre Jungen alleine und ohne fremde Hilfe im unteren Teil des Käfigs zur Welt. Es sollte darauf geachtet werden , das der Käfig zur vorstehenden Geburt sauber und gereinigt ist. Eine vorstehende Geburt ist sehr gut daran zu erkennen , das das Weibchen sich oft unten aufhält und auf der Seite liegt. Deutlich ist auch zu erkennen , das sich die "Kugel" nach unten verlagert hat. Ihr Bewegungsdrang ist sehr stark eingeschränkt. Ein recht sicheres Anzeichen dafür , das die Geburt abgeschlossen ist , das das Weibchen die Nachgeburt auffrisst. Gut zu erkennen an Blut an der Schnauze oder am Bauch. Die Geburt selber kann sich , je nach Wurfstärke , über mehrer Stunden hinziehen. Die Nabelschnur wird vom Chinchillaweibchen durchtrennt. Das Baby wird von der Mutter vorsichtig mit den Zähnen aus dem Geburtskanal gezogen. Sollte es hierbei zu Komplikationen kommen ist unbedingt ein Tierarzt hinzuzuziehen. Das Chinchillaweibchen wirft im Normalfall 1-4 Junge , selten auch bis zu 6 Babys. Das Gewicht der Babys liegt bei ca. 30 - 60 gr. Aber auch schwerere Babys können vorkommen. Am Tage des Wurfes und auch die nächsten 2-3 Tage danach, sollte dem Weibchen kein Sandbad gewährt werden. Die Gefahr einer Infektion ist zu groß. Unsere Frauen dürfen nach den Entbindung ja auch nicht baden , wegen der Infektionsgefahr. Die Gefahr einer Gebärmutterentzündung ist zwar recht gering , aber wer es einmal erlebt hat , so wie wir , vermeidet jedes Risiko. Die ersten Stunden an Mama´s " Milchbar" sind für die Babys sehr wichtig . Die Kolostralmilch ist zwar nicht sehr nahrhaft , hat aber alle Stoffe , die das Baby zur Entwicklung des Immunsystems braucht. Leider kommt es vor ,das die Mutter nicht genügend Milch hat. Durch Gabe von Obstessig ins Trinkwasser ( 1/4 l. Wasser und 1 Esslöffel Obstessig ) wird die Milchproduktion angeregt. Ein kleines Stück Apfel erfüllt den gleichen Zweck und hilft gleichzeitig dabei die Nachgeburt besser zu verdauen. Sollte das nicht reichen muss zugefüttert werden. Wir haben gute Erfahrung mit einer Mischung aus 7.5% Kondensmilch , Wasser , Schmelzflocken und Traubenzucker gemacht. Diese Mischung bekommt das Baby ca. 3x am Tag. Oft nehmen die Kleinen nicht genug oder gar nicht zu. Das liegt aber nicht unbedingt daran , das die Mutter nicht genug Milch hat , sondern daran , das die Jungen die Zitzen nicht " eingesogen" haben.
Kurz nach , bzw spätestens 2 Tage nach der Geburt schießt die Milch in alle 6 Zitzen ein. Die Zitzen werden durch eine Art " Pfropfen" verschlossen , den die Kleinen erst mal raussaugen müssen , das ist das "einsaugen". Der " Pfropfen" besteht aus verhärteter Milch und fühlt sich zwischen den Fingern an wie Kerzenwachs. Zur Kontrolle , ob alle Babys eine Zitze haben , nimmt man das Chinchilla an der Ohren in die linke Hand , klemmt sich den Schwanz unter die Achsel , so das die Mama auf dem linken Unterarm liegt und kontrolliert , ob genug Zitzen "offen" sind. Sollte das nicht der Fall sein , nimmt man vorsichtig eine Zitze und zieht mit den Fingern , als wenn man "melkt" Der " Pfropfen" löst sich dann langsam und die Zitze wird offen. Das Baby wird dann angesetzt und kann sofort saugen. Allerdings ist zu beachten , das nach 3 Tagen die Milch nur noch in die eingesogenen Zitzen schießt und ein Baby auch höchstens 2 Tage ohne Milch überleben kann.
Handaufzucht
Wenn die Mutter gar keine Milch gibt bzw das Baby nicht gesäugt werden kann ( Zitzenentzündung , Tot der Mutter ) dann kann mit der gleichen Nahrung eine Handaufzucht erfolgen. Bei Handaufzucht wird das Chinbaby alle 1,5 Std gefüttert. Auch nachts. Zu sehen , wie der Kleine Wurm ranwächst das entschädigt einen für den entgangenen Schlaf ) Eine Handaufzucht sollte nur dann gemacht werden , wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt. Oft besteht noch die Chance , das Baby einer anderen .säugenden Mutter mit zu zu legen. Allerdings sollte das Alter der Baby nicht so weit auseinander sein. Maximal 14 Tage , da die Milch sich von der Beschaffenheit her verändert , je Älter das Junge wird.
Zusammensetzung der Muttermilch
Protein: 64 - 80 gr/kg
Fett: 108 - 156 gr/kg
Lactose: 16 - 17 gr/kg
Asche: 9,5- 10 gr/kg
Gewichtskontrolle
Das Gewicht der kleinen Wusel sollte jeden Tag kontrolliert werden , möglichst immer um die gleiche Uhrzeit. Es kann vorkommen , das das Gewicht über paar Tage stehen bleibt , das ist in Ordnung , solange die Babys nicht abnehmen. Dann sollte zugefüttert werden. Ab dem Alter von 14 Tagen beginnen die Kleinen damit feste Nahrung mit aufzunehmen. Für ausreichend Heu und Pellets sollte also gesorgt sein. Die Kleinen verbleiben bis sie vollständig abgesetzt sind bei der Mutter. Das Absetzen von der Mutter sollte in einem Alter von 12 Wochen erfolgen.
Ausgewachsene Chinchillas kontrollieren wir alle 14 Tage auf ihr Gewicht. Jungtiere , bis zu einem Jahr alle 7 Tage. Das Gewicht der Chinchillas ist eine gute Kontrolle über den Gesundheitszustand , ebenso wie der Kot. Gewichtsschwankungen von paar Gramm sind nicht weiter bedenklich, je nach dem ob vor oder nach dem fressen gewogen wurde. Wir haben uns eine Exeltabelle gemacht ,mit der wir die Daten genau festhalten , jeweils mit Datum . Wiegen tun wir unsere Chins immer zwischen 19.00Uhr und 19.30Uhr. So haben wir eine gute Übersicht über die Entwicklung und können auch reagieren , wenn ein Gewichtsverlust zu stark ist.
Transport
Jeder Transport bedeutet Stress für das Chinchilla und sollte nur erfolgen , wenn er sich nicht vermeiden lässt. Als geeigenete Transportboxen haben die die „Caddies“ von Pet empfohlen. Den Käfigboden bischen mit Streu bedecken und für den Transport selber etwas Heu und ein Stückchen Apfel zum fressen und zur Ablenkung. Transport bei hohen Temperaturen auf die Abendstunden verlegen und das der Transport schonend sein sollte versteht sich von selber.
Krankheiten der Chinchillas
Wir möchten Euch an dieser Stelle was über die Krankheiten der Chinchillas erzählen. Da es sich hier ausschließlich um unsere Erfahrungen handelt, können andere Chinchillahalter und Züchter auch anderen Meinung sein als wir.
Unsere Erfahrungen und Empfehlungen ersetzen nicht den Weg zum Tierarzt. Sucht bitte immer einen Chinchilla erfahrenen Tierarzt auf und lasst Euch beraten.
Chinchilla Apotheke
Was in keiner Chinchilla Apotheke fehlen sollte:
Bird Bene Bac : Gibt es bei Tierarzt , zur Unterstützung und Regenerierung
der Darmflora des Chinchillas. Gute und schnelle Wirkung bei akutem Durchfall.
Natriumchlorid: Kochsalzlösung zur Spülung von Augen und kleineren Verletzungen.
EuphraVet : Ein Hömophatisches Medikament , das bedenkenlos bei Augenentzündungen und Reizungen angewendet werden kann.
Funghi Stop : Ein Talkum ( 54.6 % )und Schwefelhaltiges Pulver ( 45,4% ) zur Bekämpfung von Hautpilz. Wird im Sandbad gegeben
Ferner natürlich diverses Verbandsmaterial und eine nicht brennende Jodsalbe , zur Versorgung kleinerer Wunden , die sich bei Sprüngen oder ähnlichem zugezogen werden.
Rescue Tropfen nach Dr. Bach haben sich bei uns in der Haltung sehr gut bewährt.
Verstopfung
Verstopfungen kommen bei Chinchillas leider recht häufig vor, oft im Zusammenhang mit einer Futterumstellung, zuviele Leckereien oder falsches Futter, oder bei Weibchen nach der Geburt. Bei Weibchen empfiehlt es sich ihnen unmittelbar am Tag der Geburt etwas Bird Bene Bac zu geben , damit sie die Nachgeburt besser verdauen können.
Verstopfungen äußern sich oft durch Unlust beim Fressen , die Kötel sind klein und hart , manchmal auch lang und dünn. Es empfiehlt sich , Apfelessig ins Trinkwasser zu geben. Auf jegliche Leckerein sollte erstmal verzichtet werden.Wir geben dann auch frischen Apfel zu essen, der die Verstopfung oft löst. Zuviel Apfel bei einem gesunden Chin löst Durchfall aus. Das Tier braucht natürlich reichlich Bewegung , damit die Verdauung in Gang kommt und die Verstopfung sich löst." Faule " Chins müssen angetrieben werden , sich zu bewegen.
Gebärmutterentzündung
Gebärmutterentzündungen bekommen die Weibchen häufig nach Geburten .Nach einer Geburt sollte auf alle Fälle für 3 Tage das Sandbad entfernt werden. Viele meinen , in der freien Natur entfernt auch keiner den Sand. In der Natur ist die Sterblichkeit nach der Geburt auch wesentlich höher. Das Risiko,das etwas Sand in die nach der Geburt geöffnete Scheide gelangt ist zwar gering , wenn es aber passiert,ist es für das Tier sehr schmerzhaft und mit einem nicht unerheblichen Gewichtsverlust verbunden. Oft sterben die Muttertiere auch daran. Behandelt wird eine Gebärmutterentzündung vom einem Tierarzt mit Antibiotika und einem Aufbaupräparat. Zu erkennen ist es am allgemeinem Unwohlsein des Chinchillas , sichtbarer Gewichtsverlust , eingefallener Körper und gekrümmte Körperhaltung. Eine Gebärmutterentzündung zieht oft eine Verstopfung mit sich.
Lungenentzündung
Eine Lungenentzündung bei Chinchillas ist zum Glück recht selten. Die Auslöser für eine Lungenentzündung können mehrere Gründe haben.
Eine nicht ganz ausgeheilte Erkältung
Zugluft
Nasser Käfig und dadurch nasses Fell
Bakterien im Körper des betreffenden Chinchillas
Das Chinchilla nimmt ab,zeigt Unlust beim Fressen und beim spielen. Es liegt apathisch und teilnahmslos im Käfig.Eine Behandlung durch den Tierarzt mit Antibiotika ist natürlich erforderlich. Ferner sollte Vitamin C über das Trinkwasser gegeben werden. Auch Echinacea ist hilfreich , es stärkt die Abwehrkräfte der Chinchillas.
Zahnfehlstellungen
Zahnfehlstellungen können bei Chinchillas zwei Ursachen haben. Zum einem mangelndes Nagematerial,zum anderen eine angeborene Fehlstellung. In beiden Fällen erkennt man es am Fressverhalten des Chinchillas , langsamer Gewichtsverlust und natürlich ist es sichtbar , wenn man das Chinchilla greift und die "Lippen" öffnet .Entweder wachsen die Schneidezähne in den Mund rein oder Zähne stehen schief. Eine genaue Diagnose kann der Tierarzt stellen. Die Zähne müssen vom Tierarzt unter Narkose korrigiert werden. Chinchillas , bei denen eine vererbte Zahnfehlstellung festgestellt wird , sollten nicht zur Zucht verwendet werden.
Pilz
Pilz äußert sich durch Fellverlust und Rötung der Haut. Die Haut sieht an der Stelle als wenn sie wundgerieben wurde und ist schuppig. Das Chinchilla hat an der Stelle natürlich auch Juckreiz. Wir lassen in solchem Fall unsere Chinchillas impfen. Ist zwar recht teuer ( 70€ pro Chinchilla) , hilft aber sehr gut. Gute Erfahrungen haben wir auch mit Funghi Stop gemacht. Dieses Pulver wird über den Sand gestreut und wird beim Sandbad gut im Fell verteilt und beugt Pilz vor.
Durchfall
Häufige Ursache für Durchfall ist altes bzw schlechtes Futter , Algen in der Trinkwasserflasche (am besten täglich reinigen). altes modderig riechendes Heu oder einfach auch falsches Futter.
Durchfall läßt sich sehr gut erkennen .Die Kötel sind sehr weich und werden von den Tieren auf den Brettern oder Häusern zertreten. Normaler Kot ist leicht oval und ca. 1cm lang und fest. Zur Behandlung wird die Menge Pellets reduziert und 2-3 Tage lang überwiegend Heu gefüttert. Man kann auch handelsübliche Haferflocken dem Futter bemischen. Wenn der Durchfall dünner bzw flüssig wird ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen. Nicht behandelter Durchfall führt zu Gewichtsverlust und kann zu gesundheitlichen Schäden führen.
Erkältung
Eine Erkältung beim Chinchilla kann man recht gut an einer "Lecknase" erkennen. Erkältungen ziehen oft Lungenentzündungen nach sich.
Bei Erkältungen hat sich Japanischen Minzöl recht gut bewährt , das 1 x täglich direkt auf der Nase aufgetragen wird. Das Chinchilla wird sich beschweren , aber es hilft. Zusätzlich kann man noch eine kleine Schale mit Minzöl vor bzw. in den Käfig stellen ( so , das das Chin nicht rankommt). Die Dämpfe werden dann noch eingeatmet.
Geburtskomplikationen
Leider kommt es auch mal vor , das ein Weibchen ihre Babys nicht alleine rausbekommt , weil sie eventuell quer liegen oder bereits gestorben sind. In diesem Fall wird Catosal ( ein Aufbaupräperat) und Chloromycetin ( ein Anitbiotikum) gespritzt. Das Baby sollte dann innerhalb von 3 Tagen von alleine auf die Welt kommen.
Zur Diagnose und Behandlung unbedingt einen Tierarzt aufsuchen !!
Wie gesagt , das sind unsere Erfahrungen. Erfahrungen von anderen Chinchillahaltern können von unseren abweichen , bzw erheblich anders sein.
Mineralien und Spurenelemente
CA (Calcium) : Bestandteil von Knochen,- Zähnen -, Geweben und Körperflüssigkeiten, besonders wichtig in der Wachstums - und Laktationsphase.
P (Phosphor): Baustoff für Knochen und Zähne , an sehr vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt.
NA ( Natrium): Regulation des osmotisches Druckes der extrazellulären Flüssigkeit. Zuständig für das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen , die Speichelsekretion und der Regulierung des Wasserhaushaltes , beteiligt an der Funktion von Muskeln und Nerven. Der Osmotische Druck beeinflusst das Verhalten von Flüssigkeiten mit hohem Wasserpotential in Flüssigkeiten mit niedrigem Wasserpotential.
CU ( Kupfer): Bestandteil von Fermenten , an der Blut, - Pigment , Skelettbildung , Fruchtbarkeit und am Haarwachstum beteiligt.
FE ( Eisen ): Bestandteil des roten Blutfarbstoffes , für den Sauerstofftransport im Körper zuständig , wirkt als Beschleuniger wichtiger chemischer Körperreaktionen.
ZN( Zink): Schutzfunktion für die Haut , Bedeutend für den Zellstoffwechsel , in Hormonen und Fermenten enthalten.
J ( Jod): Bestandteil des Schilddrüsenhormons Thyroxin , zur Regulation des Stoffwechsels
Mn ( Mangan ): Bestandteil wichtiger Stoffwechselfermente , am Aufbau des Blutfarbstoffes beteiligt , Pigmentierung des Haarkleides , Entgiftung schädlicher Stoffwechselprodukte , Einfluss auf Knochenbildung und Ablauf des Geschlechtsfunktion
CO ( Cobalt): Bestandteil vom Vitamin B12 , notwendig für den Aufbau des Blutfarbstoffes
finde ich auch toll.
Hast du die selber gezeichnet?
Gruß,
Verena
HI Verena
Leider nicht , das habe ich aus einem Asbach Uralten Buch , das ´nicht mehr im Handel oder sonstwo erhältlich ist. Lerider weiss ich den Namen im Moment nicht. Wenn ich ihn habe setze ich es als Quelle hinzu.
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