Verfasst am: 02.04.2006, 23:24 Titel: Häufige Krankheiten bei Degus
Ein Fall für den Tierarzt
Degus sind, was Krankheiten betrifft, nicht anfälliger als andere Haustiere auch. Im Gegenteil- sie werden oft als sehr robust beschrieben. Über einige Jahre haben sich im Forum dennoch ein paar statistisch häufiger auftretende Krankheiten beim Degu herauskristallisiert- darüber möchte ich hier einen kurzen Überblick geben. Achtung! Sämtliche Infos hier, aus Internetseiten oder in anderen Foren können prinzipiell keinen Tierarzt ersetzen! Als Laie ist es einem oft nicht möglich, das ganze Ausmaß abzuschätzen, oft bemerkt man nur die Symptome, die Ursache aber bleibt verborgen. Degus sind wahre Künstler im "überspielen" von Krankheitssymptomen. Das liegt darin begründet, dass sie in der freien Wildbahn keine Schwäche zeigen dürfen- einerseits wegen Fressfeinden, andererseits würden sonst andere Degus ihre Chance wittern und versuchen, das geschwächte Tier in der Rangfolge nach unten zu drängen. Wenn ein Degu also Auffälligkeiten zeigt, ist es immer höchste Zeit, einen Tierarzt aufzusuchen!
Diabetes
Was die Diabetes beim Degu anbelangt können wir leider noch nicht allzu viel dazu sagen- vieles ist noch nicht erforscht und basiert auf Vermutungen. Sicher ist, dass es ein paar Vorsichtsmaßnahmen gibt, die jeder Halter berücksichtigen sollte. Karge Ernährung ohne Zuckerzusätze, ausreichend Bewegung und so wenig Stress wie möglich ist anzuraten. Übergewicht gilt als Risikofaktor- also die Tiere nicht zu moppelig werden lassen!
Eine Folge von Diabetes ist oft der graue Star, welcher die Degus nahezu erblinden lässt. Trotzdem können die Tiere noch ein erfülltes Leben führen, eine Heilung gibt es nicht. Der graue Star muss allerdings nicht diabetesbedingt sein.
Durchfall
Eine zu rasche Ernährungsumstellung oder ein Zu viel an ungewohntem Grünfutter kann die Ursache für Durchfall sein. Ein Heutag und die Gabe von Fencheltee kann bei leichtem Durchfall eine ausreichende Hilfe sein. Handelt es sich um starken Durchfall, dauert er länger an oder kommen noch andere Auffälligkeiten hinzu, muss schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden!
Atemwegsinfekte
Atemgeräusche, Apathie, Abmagern und eingefallene Flanken, häufiges Niesen mit Ausfluss... die Symptome für Infekte der Atemwege sind vielseitig. Schnellstes Handeln ist gefragt!
Fellprobleme
Hin und wieder kommen Pilzinfekte oder Parasiten bei Degus vor. Kreisrunde, kahle Stellen, häufiges intensives Kratzen, gerötete, schuppige Haut sind Alarmzeichen! Manchmal hat Haarverlust auch ganz harmlose Ursachen- viele Degus verlieren z.B. die Haare an den Vorderpfoten, ohne dass eine Krankheit dafür verwantwortlich wäre.
Bisswunden
Bei schweren Rangstreitigkeiten kommt es oft zu kleineren Blessuren (Bisswunden bzw. Kratzer an Pfoten, Schnauze, eingerissene Ohren, eingerissene Krallen) oder schlimmeren Verletzungen (tiefe Bisse an Rücken, Bauchseite, Augenverletzungen). Degus haben allgemein eine gute Wundheilung- bei vielen Bissen, Augenverletzungen oder nicht zu stoppenden Blutungen muss unbedingt schnellstens ein Tierarzt aufgesucht werden! Auch bei kleineren Wunden muss darauf geachtet werden, dass sich die Wunde nicht entzündet, anschwillt, eitert.
Schwanz
Die Haut über dem Deguschwanz weist eine Sollbruchstelle auf- ähnlich dem Prinzip der Eidechsen. Erwischt ein Fressfeind den Degu am Schwanz, reißt die Haut und der Degu kann entkommen. Der Knorpel darunter trocknet meist ohne Komplikationen ein und fällt ab oder wird abgeknabbert. Die Blutung stoppt meist schnell. Ein Degu mit halbem Schwanz ist nicht wesentlich beeinträchtigt.
Zahnprobleme
Leider tauchen mittlerweile immer mehr Degus mit Zahnproblemen auf. Sabbern, Fressunlust bzw. langsames Fressen, Abmagerung können Symptome dafür sein, dass entweder mit den vorderen oder mit den Backenzähnen (oder mit beidem) etwas nicht stimmt. Der Tierarzt kann die Zähne kürzen, bei den Backenzähnen ist das allerdings meist mit einer Narkose verbunden. Bei einer Fehlstellung muss man regelmäßig zum Kürzen. Hat sich das Tier lediglich einen Zahn abgebrochen und die Zähne sind in der Folge zu lang etc. nachgewachsen, reicht einmaliges Kürzen meist aus. Da in Nagezähnen keine Nerven zu finden sind, ist das Zähnekürzen für die Tiere nicht mit Schmerzen verbunden.
Bei der Linsentrübung gibt es inzwischen neuere Informationen. Wie Denise schon richtig sagt, kann sie Folge von Diabetes sein. Allerdings gibt es gemäß A. Ewrigmann/B Glöckner ("Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu") zudem den sogenannten osmotischen Katarakt.
Dieser Katarakt (= Linsentrübung) kann auch bei normalen oder nur leicht erhöhten Blutzuckerwerten auftreten. Als Begründung wird ein auffallend hoher Aldose-Reduktase-Gehalt (Aldosereduktase ist ein Enzym, welches u.a. im Linsenepithel zu finden ist) der Linse angegeben, welcher für einen außergewöhnlich schnellen Stoffwechsel von Glucose und Galatose in osmotisch wirksame Polyole verantwortlich ist. Sowohl beim diabetogenen als auch beim osmotischen Katarakt entsteht durch die Folgen die Linsentrübung wie auf nachfolgendem Bild zu sehen:
Man geht derzeit davon aus, dass Degus, die tatsächlich an Diabetes leiden, keine hohe Lebenserwartung haben. Die Degus, die jedoch "nur" die Linsentrübung haben, können ein normales Alter erreichen.
Beide Erkankungen zeigen uns, wie wichtig die zuckerarme Ernährung von Degus ist!
um ganz sicher zu gehen was dein Degu hat solltest du einen Tierarzt aufsuchen.
Kahlen stellen im Fell kann so vieles sein.
Manchmal knabbern die Tiere sich gegenseitig das Fell ab weil sie sich zu intensiv "Putzen"
Kann natürlich trozdem ein Pilz sein, auch wenn die Haut nicht gerötet ist.
Pilzsporen erkennt man nur unter dem Mikroskop.
Könnten auch noch Milben, Haarllinge oder andere Parasiten sein.
Oder eine hormonelle Störung.
Am besten immer den Tierarzt aufsuchen wenn du nicht weist was es ist.
Drück dir die Daumen dass es nichts schlimmes ist.
Vielen Dank Verena,
ich bin mit ihr zum Tierartzt,
doch gottseidank war die haut gesund ist wahrscheinlch wierklich nur beim putzen passiert.
gruß
eva _________________ Tiere haben keine Stimmen, deshalb sollten wir unsere für sie erheben.
super dass du beim Tierarzt warst.
Ist immer besser es abzuklären bevors dann doch was schlimmes ist.
Einer meiner Degus hatte immer an der Nase kein Fell.
Kam davon da er immer am Volierengitter genagt hat und dabei hat er sich das abgescheuert.
Da hab ich ir anfgangs auch Sorgen gemacht - dabei wars sowas "harmloses"
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