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Tiergedichte - Wer kennt auch welche?

 
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Michaela203
Tierprofi


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Alter: 32
Anmeldungsdatum: 31.05.2007
Beiträge: 1958

Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: 14.07.2008, 19:52    Titel: Tiergedichte - Wer kennt auch welche?

Hier mal ein Katzengedicht.

Missu und das Glas Milch

Da steht ein Glas auf einem Tisch.
Im Glas ist Milch, die Milch ist frisch.

Die Katze Missu ahnt so was,
noch weiß sie freilich nichts vom Glas.

Aha! Jetzt weiß die Katze mehr.
Das Glas ist voll, ihr Bauch ist leer.

Und hops! Die Katze Missu springt,
was sie dem Glase näher bringt.

Sie riecht am Glas und stellt schnell fest,
dass sich sein Inhalt trinken lässt.

Doch wie? So hat sie noch kein Glück.
Das Glas ist eng, ihr Kopf ist dick.

Ja wie? Da fällt der Katze ein:
Das Glas ist groß, die Pfote klein.

Gedacht, getan, sie stippt ins Glas,
ein Tropfen Milch ist auch schon was.

Schnell wird der Tropfen abgeschleckt,
die Pfote wieder reingesteckt.

Na bitte! Schon ist es geschafft!
Verstand geht über Muskelkraft.

Da sitzt die Katze rund und schwer:
Ihr Bauch ist voll, das Glas ist leer.

_________________
Viele liebe Grüße aus Nürnberg von den 6 Ratten, 5 Meerschweinchen, 2 Farbmäusen, 2 Katzen und 1 Hamster und natürlich von Fütterin Michaela
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FoxOnTheRun
Tierliebhaber/-in


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Alter: 32
Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 240

Wohnort: Munich Outback

BeitragVerfasst am: 08.08.2008, 20:22    Titel:

Ist zwar kein gedicht, aber eine schöne Parabel:

Roger Smith war Professor für Mathematik. Er war auf Urlaub hier auf dieser schönen sonnigen Insel. An einem besonders schönen Morgen spazierte er in Gedanken versunken den Sandstrand entlang. Von weitem beobachtete er einen jungen Mann, der sich immer wieder langsam bückte, wohl etwas aufhob, ein paar Schritte ins Wasser tat und wieder zurückging.

Interessiert ging Roger Smith weiter und beim Näherkommen sah er, wie der junge Mann sich bückte, einen Seestern aufhob und ihn ganz sanft, fast liebevoll ins Wasser zurücktrug. Smith musste lächeln, aber er fragte freundlich: "Hallo, was machen Sie denn da?" Der junge Mann hielt inne und sagte: "Nun, wenn ich einen Seestern finde, trage ich ihn zurück ins Wasser."
Smith fragte weiter: "Aber warum machen Sie denn das?"
"Nun", entgegnete der junge Mann, "die Sonne geht auf, die Ebbe setzt ein und es wird ein heißer Tag, und wenn ich sie nicht zurück ins Wasser bringe, werden die Seesterne sterben."
"Aber junger Mann, dieser Strand ist viele Kilometer lang, und es leben tausende von Seesternen hier, was macht es schon für einen Unterschied, wenn Sie ein paar Seesterne ins Wasser bringen?"
Höflich hörte der junge Mann zu, bückte sich dann und trug wieder einen Seestern ins Wasser, der sofort quicklebendig davon schwamm, gerade so als wollte er danke sagen. "Oh, es machte einen Unterschied - sogar einen großen - zumindest für diesen einen!"
Diese Antwort überraschte und verwirrte Smith und er wusste nichts Rechtes darauf zu antworten. Er ging wieder zurück ins Hotel, aber die Begebenheit beschäftigte ihn den ganzen Tag.

Abends, als er auf der Terrasse stand und seinen Blick in der Dämmerung über das Meer gleiten ließ, wurde es ihm plötzlich klar. Was der junge Mann tat, war sich zu entscheiden nicht nur so vor sich hin zu leben, sondern aktiv in dieses Universum einzugreifen, das Leben zu schützen und einen Unterschied zu machen.

Am nächsten Morgen ging Roger Smith hinaus und trug ein paar Seesterne liebevoll zurück ins Wasser und er erfreute sich daran, dass sie munter davon schwammen und irgendwie, tief in seinem Innern, wusste er, dass auch er ein kleiner, aber wichtiger Teil dieses Universums ist.
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